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Wir haben die Scheibe.

Vorsicht vor Billig-Scheiben: Woran man schlechte Qualität erkennt

Neulich am Telefon:

Kunde: „Haben Sie eine Frontscheibe für die DS von Citroën?“
Classic-Autoglas: „Selbstverständlich, welche Farbkombination hätten Sie denn gerne? Es stehen sechs zur Auswahl.“
Kunde: „Sehr gut! Aber bevor ich bei Ihnen bestelle, muss ich wissen, wie dick die Scheibe ist!“
Classic-Autoglas: „Sekunde! <kurze Pause> Die Scheibe hat eine Stärke von 5,8 mm.
Kunde: „Hervorragend, die nehme ich. Wissen Sie, man hat mir einmal eine zu dünne Scheibe angedreht, das passiert mir nicht nochmal!“

Billige Scheibe, schlechte Qualität?

Die Preisspanne bei Frontscheiben für denselben Fahrzeug-Typ ist teilweise abenteuerlich. Insbesondere über das Internet werden oft neue Verbundglas-Frontscheiben für Young- und Oldtimer für unter 100 Euro angeboten. Ein niedriger Preis muss zwar nicht gleich bedeuten, dass die Scheibe minderwertig ist. Aber vielfach erklären sich solche Preise eben nicht mehr nur über eine kostengünstige Produktion und große Einkaufsmengen. Leider stimmt oft die Qualität der Scheibe einfach nicht. Classic-Autoglas.com hat die wichtigsten Qualitätskriterien zusammengestellt, die auch von einem Autoglas-Laien erkannt werden können:

Mangelnde Scheibendicke

Dünnere Glasscheiben: Wenn Ihnen eine neue Scheibe auffallend günstig angeboten wird, sollten Sie bei Verdacht einmal nach der Scheibendicke fragen. Viele Billig-Glashütten sparen am Glasmaterial bzw. verwenden dünnere PVB-Folien. So sind z.B. Frontscheiben für die Citroen DS auf dem Markt, die anstatt einer Scheibendicke von 5,8 mm lediglich eine Stärke von nur rund 4,5 mm aufweisen. Das hört sich zunächst nicht dramatisch an, aber die Scheibe ist somit rund 25% dünner und verwendet eben auch nur 3/4 des Glasmaterials. Da der Scheibengummi für eine deutlich dickere Scheibe ausgelegt ist, kommt es in der Folge häufig zu Undichtigkeiten bzw. Wassereintritt, erhöhten Windgeräuschen und zu einem lauteren Innengeräusch. Eine Frontscheibe trägt nicht nur erheblich zur Karosseriesteifigkeit bei, sie ist auch maßgeblich an der Geräuschdämmung beteiligt.

Dünnere Zwischenfolie: Eine Verbundglas-Windschutzscheibe besteht immer aus einem Glas-Folie-Glas-Verbund. Je dicker die PVB-Folie zwischen den beiden Scheiben ist, desto stärker hemmt sie Schwingungen, Steinschläge und Druckwellen. Spart der Scheibenhersteller hier an der Foliendicke, geht dies zu Lasten der Haltbarkeit und des Komforts einer Frontscheibe.

Mangelnde Passgenauigkeit

Minderwertige Formen: Um eine Frontscheibe herzustellen, wird eine Schablone bzw. Form benötigt. Bei den von Classic Autoglas genutzten Formen ist die Passgenauigkeit der Formen und der Scheiben einer Originalscheibe absolut gleichzusetzen. Bei Billigproduktionen ist das nicht immer gegeben. Zum Teil wird bei möglichst günstigen Glasproduktionen aus Osteuropa bzw. Fernost eine Schablone von einer Scheibe angefertigt, die bereits eine Billigproduktion von mangelnder Qualität war. So potenziert sich bei der Kopie einer Kopie der Fehler und beim Einbau der ungenau gefertigten Frontscheibe folgt das böse Erwachen.

Unsauber verarbeitete Scheibenkanten

Delaminierte Frontscheibe

Fehlerhafte Scheibenkanten: Eine qualitativ hochwertige Verbundglas-Windschutzscheibe erkennt man insbesondere daran, wie sorgfältig die Scheibenränder bearbeitet wurden. Liegen die beiden Scheibenhälften, die die PVB-Folie einschließen, an den Kanten nicht absolut bündig aufeinander, bzw. sind die Kanten nicht ordentlich bearbeitet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis an diesen Stellen der Scheibenverbund verloren geht. Die gefürchtete weil irreparable Delaminierung (Auflösung des Scheibenverbundes) ist die Folge. Die Delaminierung ist an milchigen Stellen bzw. an Luftkanälen am Scheibenrand leicht zu erkennen.

Austausch notwendig: Leider kommt die unsaubere Verarbeitung den Scheibenbesitzer teuer zu stehen, da eine delaminierte Frontscheibe das Bestehen der Hauptuntersuchung verhindert  und zudem nicht von der Kaskoversicherung übernommen wird (weil kein Glasbruch!).

Wellige Scheibe / optische Verzerrungen

Der Herstellungsprozess einer Verbundglaswindschutzscheibe ist ein komplexer Prozess, der an keiner Stelle mangelnde Sorgfalt oder minderwertiges Material verträgt. Dass bereits das für die Scheibenproduktion eingesetzte Flachglas minderwertig war, erkennt man, wenn man die Scheibe von der Seite betrachtet. Kann man leichte „Wellen“ erkennen? Finger weg! Die Scheibe wird später die Fahrzeuginsassen während der Fahrt ständig irritieren, da sie optisch nicht einwandfrei ist und Verzerrungen hervorruft.

Fehlendes E-Siegel / keine Zulassung

Scheibenstempel mit E-Nummer sowie DOT-Nummer – Bild: Classic Autoglas

Ein Mangel, der – kaum zu glauben – in der Praxis häufiger vorkommt als man denkt: eine fehlende E-Nummer bzw. eine DOT-Nummer im Scheibenstempel. Um die Hauptuntersuchung zu bestehen, muss eine Frontscheibe zwingend über eine dieser Zulassungsnummern verfügen.

E-Code: der E-Code wird für Fahrzeuge aus der Europäischen Union verwendet. Bei dem E-Siegel handelt es sich immer um ein Kreis, in dem ein großes „E“ mit einer Nummer steht. Die Nummer repräsentiert das Herstellungsland der Autoscheibe. E1 steht z.B. für Deutschland, E9 für Spanien

DOT-Nummer: wird von dem amerikanischen Department of Transportation vergeben. Dem DOT-Zeichen folgt eine ein- bis dreistellige Zahl. Jede namhafte Glashütte besitzt eine eigene DOT-Nummer. Der Scheibenstempel rechts im Bild verrät z.B. über die Kennzeichnung „DOT 497“, dass die Scheibe von Rio Glass Temple S.A. aus Agoncillo (La Rioja), Spanien stammt.

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