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Wir haben die Scheibe.

Der Scheibenstempel – alle Codes entschlüsselt

Autoglas ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. In Fahrzeugen neueren Datums sorgt eine verklebte Windschutzscheibe für bis zu 30 Prozent der Karosseriesteifigkeit. Aber auch die Besitzer von Young- und Oldtimern sollten beim Thema Autoglas unbedingt auf Qualität setzen.

Ausschlaggebend ist für Classic-Autoglas daher die Einhaltung sämtlicher Sicherheits- und Qualitätsnormen bei der Glasproduktion. Windschutzscheiben, Seitenscheiben und Heckscheiben von Classic-Autoglas werden gemäß Herstellervorgabe produziert und berücksichtigen alle Serienspezifikationen, damit die stabilisierende Wirkung auf die Statik des Fahrzeugs erhalten bleibt, die optische Qualität gegeben ist und eine optimale Passgenauigkeit den problemlosen Einbau gewährleistet.

Scheibenstempel gibt Infos

Der Scheibenstempel verrät einiges über eine Autoscheibe. Ob das Logo des Automobilherstellers auf einer Fahrzeugscheibe prangt, ist übrigens nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal. Automobilwerke bauen Autos, keine Scheiben. Mit der Scheibenproduktion werden immer spezialisierte Glashütten beauftragt. Wer sich einmal alle Scheiben eines neuen Fahrzeugs der Reihe nach anschaut, wird anhand der Scheiben-Prüfsiegel bei einem einzigen Fahrzeug oft zwei, drei, vier unterschiedliche Glashersteller identifizieren.

Ein weit verlässlicheres Zeichen für die Qualität einer Autoscheibe sind die Elemente des ECE-Siegels. Hinter den geheimnisvollen Zahlen-/Buchstaben-Kombinationen verbergen sich Aussagen über Herkunft, Qualität und optische Eigenschaften der Scheibe. Wenn das E-Siegel auf Ihrer Scheibe ist, können Sie sicher sein, eine Qualitätsscheibe an Ihrem Wagen zu haben.

ECE-Richtlinie „43 R“

UN/ECE Regelung Nr. 43

Die Kombination „43 R“ findet sich auf jeder neu produzierten Scheibe, die für den europäischen Raum vorgesehen ist. Alle europaweit gültigen Vorschriften und Regelungen sind im Amtsblatt der Europäischen Union, in der „Regelung Nr. 43 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Sicherheitsverglasungswerkstoffe und ihres Einbaus in Fahrzeuge“ präzise vorgegeben.

Diese Vorschrift definiert z.B. die verschiedenen Glastypen, wo diese eingesetzt werden dürfen und wie dieses Fahrzeugglas zu prüfen ist.

ECE Genehmigungsnummer

ECE-Genehmigungsnummer

Jedes Stück Autoglas muss die Genehmigungsnummer tragen, die dem Originalhersteller nach der ECE-Regelung Nr. 43 zugeteilt worden ist. Wenn also eine Glashütte eine Scheibe reproduziert, muss diese Scheibe dennoch die gleiche ECE-Nummer in ihrem Scheibenstempel aufweisen, die dem Fahrzeughersteller seinerzeit zugewiesen wurde. Anhand dieser Genehmigungsnummer kann man sich dann die spezielle Genehmigung heraussuchen und die darin enthaltenen Vorgaben einsehen. In der Genehmigung ist beispielsweise die Nenndicke einer Windschutzscheibe, die Art des Werkstoffes (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas), oder das Vorhandensein von elektrischen Leitern (Scheibenheizung, Antenne etc.) definiert.

Genehmigungszeichen für den Verglasungstyp

An Frontscheiben werden andere Anforderungen gestellt, als an Seitenscheiben, durch die der Fahrzeugführer permanent durschauen muss, als an Fahrzeugglas, das z.B. für Sonnendächer verwendet wird. Die verschiedenen Glastypen sind ebenfalls in der ECE-Richtline 43 geregelt. Im Scheibenstempel wird der Verglasungstyp mit diversen Zeichen gekennzeichnet. Am Verbreitesten ist das „//„. Was die wenigsten wissen: streng genommen handelt es sich bei diesem Zeichen um eine römische Zwei.

// = Verbundglas

In der Richtlinie 43 werden die römischen Zeichen wie folgt definiert und aufgeschlüsselt:

  • I – für „vorgespanntes Glas“, in der Praxis also Einscheibensicherheitsglas (I/P wenn beschichtet)
  • II – reguläre Verbundglaswindschutzscheibe (II/P wenn beschichtet)
  • III – für vorbehandeltes Verbundglas, bei dem mindestens eine Glasscheibe eine Spezialbehandlung zur Erhöhung der Festigkeit  erhalten hat (III/P wenn beschichtet)
  • IV – für Glas-Kunststoff
  • V – für Sicherheitsverglasungen mit einer normalen Lichtdurchlässigkeit von weniger als 70 %
  • VI – für Sicherheitsverglasungen mit einer normalen Lichtdurchlässigkeit von weniger als 70 %
  • VII – für gleichmäßig vorgespannte Windschutzscheiben, die in langsam fahrenden Fahrzeugen die aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 40 km/h fahren, eingesetzt werden können
  • VIII – für Verglasungen aus starrem Kunststoff, der sich bei der definierten Flexibilitätsprüfung um weniger als 50 mm durchbiegt
  • IX – für Verglasungen aus flexiblem Kunststoff, der sich bei der definierten Flexibilitätsprüfung um mehr als 50 mm durchbiegt
  • X – für eine Isolierverglasungseinheit aus starrem Kunststoff
  • XI – für Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben

E-Zeichen Ländercodes

E1 = Deutschland

IM Rahmen der ECE Richtline Nr. 43 ist ebenfalls definiert, dass jede Scheibe im Scheibenstempel mit einem Kreis zu versehen ist, in dessen Inneren sich der Buchstabe „E“ und die Kennzahl des Landes befindet, das die Genehmigung erteilt hat. Die Länder-Codes selbst wurden von der „United Nations Economic Comission f0r Europe“ (UNECE) vergeben:

  • E1 = Deutschland
  • E2 = Frankreich
  • E3 = Italien
  • E4 = Niederlande
  • E5 = Schweden
  • E6 = Belgien
  • E7 = Ungarn
  • E8 = Tschechien
  • E9 = Spanien
  • E10 = Serbien und Montenegro
  • E11 = Großbritannien
  • E12 = Österreich
  • E13 = Luxemburg
  • E14 = Schweiz
  • E16 = Norwegen
  • E17 = Finnland
  • E18 = Dänemark
  • E19 = Rumänien
  • E20 = Polen
  • E21 = Portugal
  • E22 = Russland
  • E23 = Griechenland
  • E24 = Irland
  • E25 = Kroatien
  • E26 = Slowenien
  • E27 = Slowakei
  • E28 = Weißrussland
  • E29 = Estland
  • E31 = Bosnien und Herzegowina
  • E32 = Lettland
  • E34 = Bulgarien
  • E36 = Litauen
  • E37 = Türkei
  • E40 = Mazedonien
  • E43 = Japan
  • E45 = Australien
  • E46 = Ukraine
  • E47 = Süd Afrika
  • E48 = Neu Seeland
  • E49 = Zypern
  • E50 = Malta
  • E51 = Süd-Korea
  • E52 = Malaysia
  • E53 = Thailand
  • E56 = Montenegro
  • E58 = Tunesien

DOT-Code

DOT617 = Sekurit Saint-Gobain CR, Tschechien

DOT steht für Department of Transportation, das US-amerikanische Verkehrsministerium. Die DOT-Nummer ist kein Element der ECE-Regelung für Scheiben aus und für den europäischen Raum. Hingegen ist die DOT-Nummer für Fahrzeuge innerhalb der USA verbindlich vorgeschrieben. In der Praxis versehen alle europäischen Glashütten ihre Scheiben sowohl mit den Elementen der ECE-Kennzeichnung als auch mit der DOT-Nummer.

Jedem namhaften Hersteller von Fahrzeugglas wurden eine bzw. mehrere DOT-Nummern zugewiesen. Die DOT-Nummer wird immer einer juristischen Einheit erteilt. Dadurch kann ein Konzern wie z.B. Saint Gobain gleich über eine ganze Anzahl an DOT-Nummer verfügen, weil Joint Ventures, Ländergesellschaften etc. eigene Nummern erhalten. Die DOT-Nummer kann, muss aber nicht Hinweise auf die  Produktionsstätte geben. Wenn z.B. die Hauptverwaltung in den USA sitzt, das dazugehörige Werk aber ohne eigene Rechtsform im Ausland steht, erhält die Scheibe die DOT-Nummer der US-Hauptverwaltung obwohl sie nicht in den USA hergestellt wurde.

Beispiele für DOT-Zulassungsnummern von Glasherstellern:

  • DOT24 = Splintex Belge S.A. Gilly, Belgium
  • DOT45 = Splintex Ltd London, England
  • DOT496 = RIO Glass Laminar Company AGONCILLO (La Rioja), Spain
  • DOT497 = RIO Glass Temple, S.A. AGONCILLO (La Rioja), Spain
  • DOT765 = Nordglass SP. ZO.O. Koszalin Poland

  • DOT27 = Sekurit Saint-Gobain Deutschland GmbH
  • DOT37 = Sekurit Saint-Gobain Italia s.r.l.
  • DOT39 = Sekurit Saint-Gobain France
  • DOT615  Sekurit Saint-Gobain Cuautla S/N Estado de Morelos, Mexico
  • DOT617 = Sekurit Saint-Gobain CR, Tschechien
  • DOT618 = Sekurit Saint-Gobain Hanglas Polska
  • DOT654 = Sekurit Saint-Gobain Rayong, Thailand
  • DOT679 = Sekurit Saint-Gobain International, Aachen, Germany
  • DOT692 = Sekurit Saint-Gobain, DABROWA GORNICZA, Poland
  • DOT767 = Saint-Gobain Sekurit India LTD. Pune India
  • DOT772 = Saint-Gobain Hanglas Sekurit (Shanghai) CO., LTD. Shanghai China

Über die Jahre von Saint Gobain verwendete Marken und Logos – Bild: Saint Gobain

  • DOT41 = Pilkington Floatglas AB Landskrona, Sweden
  • DOT47 = Pilkington Lamino Oy Nordlamex Factory Tampere, Finland
  • DOT49 = Pilkington Lamino Oy Laitila Factory Laitila, Finland
  • DOT50 = Pilkington Shatterprofe Safety Glass Port Elizabeth, South Africa
  • DOT54 = Pilkington Sakerhetsglas AB LYSEKIL, Sweden
  • DOT122 = Pilkington Shatterpruff Safety Glass (PTY) LTD South Africa
  • DOT233 = Pilkington Sandoglass Sandomierz, Poland
  • DOT233 = Pilkington Automotive Poland Sandomierz, Poland
  • DOT266 = Pilkington (New Zealand) Limited LOWER HUTT, New Zealand
  • DOT298 = Pilkington (Australia) LTD. MELBOURNE, Australia
  • DOT328 = Pilkington Glass (Zimbabwe) LTD MUTARE, Zimbabwe
  • DOT347 = Pilkington Automotive Austria Company Eisenerz, Austria
  • DOT473 = Guilin Pilkington Safety Glass CO., LTD Guilin, China
  • DOT614 = Changehun Pilkington Safety Glass Changehun, China
  • DOT625 = Wuhan Yaohua Pilkington Safety Glass CO. Wuhan, Hubei, P.R. China
  • DOT682 = Pilkington Automotive Limited St Helens WA , England
  • DOT693 = Pilkington Aerospace do Brazil LTDA Sao Paolo, Brazil
  • DOT695 = Pilkington Aerospace LTD. Birmingham W Midlands, UK

  • DOT22 = Guardian Industries Corp Auburn Hills, MI, USA
  • DOT83 = Guardian Llodio, S.A. Llodio, Alava, Spain
  • DOT18 = PPG Industries PITTSBURGH, PA, USA
  • DOT19 = PPG Canada INC., DUPLATE DIVISION OSHAWA,ONTARIO, Canada
  • DOT43 = PPG Industries Glass S.A. LEVALLOIS-PERRET CADES, France
  • DOT325 = PPG Industries Glass S.P.A. CUNEO, Italy

CCC-Zertifizierung

Scheiben-Stempel CCC

CCC-Zertifizierungssystem

So wie die DOT-Nummer ist auch das CCC-Zeichen kein Element der ECE-Regelung für Scheiben aus und für den europäischen Raum. Innerhalb Europas ist das Zeichen also nicht notwendig. Klassisches Autoglas ist von dem CCC-Zeichen so gut wie nie betroffen, da es sich hier um ein relativ neues Zertifizierungssystem handelt. Erst im August 2003 wurde dieses in China gültige Zertifizierungssystem als Folge des WTO-Beitrittes von China eingeführt. Das China Compulsory Certification – kurz CCC ist ein in China gültiges Zertifizierungssystem. Es gilt sowohl für nach China importierte als auch für chinesische Produkte. Autoglas ist ein zertifizierungspflichtiges Produkt und darf folglich erst nach China eingeführt, in China verkauft und in Geschäftsaktivitäten in China verwendet werden, nachdem eine CCC-Zertifizierung des Produktes erteilt wurde. Das CCC-Zeichen wird von der chinesischen Zentralbehörde CNCA (Certification and Accreditation Administration) verwaltet.

Der AS-Code – wo darf das Glas verwendet werden

AS1 = Verbundglas, >70% Lichtdurchlässigkeit

Die AS-Nummer (American Standard) kennzeichnet die zulässige Position der Scheibe am Fahrzeug:

  • AS1: mindestens 70% Lichtdurchlässigkeit, laminiertes Glas (Verbundglas), wird typischerweise für Frontscheiben eingesetzt, kann aber auch überall sonst Verwendung finden. Beispielsweise bei Seitenscheiben (Akustik!) oder Heckscheiben.
  • AS2: getöntes Glas mit mindestens 70% Lichtdurchlässigkeit, darf nicht als Windschutzscheibe, aber ansonsten überall am Fahrzeug eingesetzt werden.
  • AS3: Glas mit weniger als 70 % Lichtdurchlässigkeit, darf nicht als Windschutzscheibe und ansonsten nur bei Scheiben ohne direkte Sicht eingesetzt werden.

Das Produktionsdatum – entschlüsselt

Die Angabe des Produktionsdatums ist in keiner gesetzlichen Richtlinie definiert. Entsprechend gibt es keine einheitliche Regelung. Sowohl die von den Fahrzeugherstellern beauftragten Glashütten als auch die Glaslieferanten für den Ersatzteilmarkt verwenden in der Praxis unterschiedliche Kennzeichnungen. Da keinem Anbieter von Autoglas wirklich daran gelegen ist, dass Endverbraucher wissen, wann eine Autoscheibe hergestellt wurde, wird das Produktionsdatum so gut wie möglich verschleiert. Die wichtigsten Varianten:

Variante 1: Einige Glashütten codieren das Herstelldatum über Punkte, die links oder rechts neben der Jahreszahl stehen. Von der Jahreszahl wird allerdings nur die letzte Zahl angegeben. Bei einer „7“ kann dies also 2007, 1997, 1987 etc. bedeuten. Wenn es noch die erste Scheibe ist, sollte das Produktionsdatum der Scheibe nahe am Produktionsdatum des Fahrzeugs liegen. Im Ersatzteilgeschäft ist das dann nicht mehr so klar.

Die Punkte links vor der Zahl stehen für die Monate Januar bis Juni. Punkte rechts von der Zahl stehen entsprechend für Juli bis Dezember. Um das Herstellungsdatum noch besser zu verschleiern, wird für jeden abgelaufenen Monat ein Punkt entfernt. Beispiel Foto rechts: Die „4 . . . . . .“ entspricht Juli 2004.

Juli 2004

 

Punkte vor der Jahreszahl:

  • …… = Januar
  • ….. = Februar
  • …. = März
  • … = April
  • .. = Mai
  • . = Juni

Punkte nach der Jahreszahl:

  • …… = Juli
  • ….. = August
  • …. = September
  • … = Oktober
  • .. = November
  • . = Dezember

Februar 2008

Variante 2: Bei der zweiten Variante werden alle Monate durch einen Punkt links vor der Zahl dargestellt. Manchmal werden die Punkte auch in zwei Zeilen zu je max. sechs Punkten angeordnet. Auch hier wird für jeden abgelaufenen Monat ein Punkt entfernt. Zwölf Punkte bedeutet Januar. Ein Punkt entspricht dem Dezember.

  • …………… = Januar
  • ……….. = Februar
  • ………. = März
  • … = Oktober
  • .. = November
  • . = Dezember

Januar 2011

Variante 3: Bei der dritten Variante steht die Endziffer der Jahreszahl immer an der gleichen Stelle unter den Punkten. Der Produktionsmonat wird in einer eigenen Zeile mit max. 12 Punkten angegeben, auch hier wird für jeden abgelaufenen Monat ein Punkt entfernt.

  • …………… = Januar
  • ……….. = Februar
  • ………. = März

Oktober 2002

  • … = Oktober
  • .. = November
  • . = Dezember

Am Beispiel rechts kann man die Problematik des Produktionsjahres erkennen. Vor dem Oktober 2012 ist klar, dass die Scheibe wahrscheinlich aus 2002 (unwahrscheinlich aus 1992 oder älter) stammt. Nach dem Oktober 2012 ist das Herstellungsjahr nicht mehr so wahrscheinlich zu bestimmen. Funkelnagelneue Scheibe oder 10 Jahre alte Lagerware?!

Verbundsicherheitsglas bzw. Laminated

Der Glaskonzern Saint-Gobain Sekurit hat ein Klassifizierungssystem entwickelt, das anhand von Piktogrammen die leichte Unterscheidung der verschiedenen Automobilverglasungen und ihrer Eigenschaften ermöglicht. Die Piktogramme wurden durch eine Testgruppe von 300 Autofahrern bestätigt, und stellen den Industriestandard dar, an den sich alle Glashersteller halten.

Pictogramm für Verbundsicherheitsglas

Bei Verbundsicherheitsglas (VSG) werden zwei Scheiben mit einer Zwischenfolie unter Hitze und Druck dauerhaft miteinander verbunden. Verbundglas kann zwar Risse bekommen, aber im Gegensatz zu vorgespanntem Einscheibensicherheitsglas, das bei Bruch in stumpfe Krümel zerfällt, bleibt es bei Bruch als Ganzes erhalten. Verbundsicherheitsglas ist seit den frühen 80er Jahren für Windschutzscheiben gesetzlich vorgeschrieben, daher sind neuere Frontscheiben grundsätzlich als Verbundsicherheitsglas ausgestaltet.

Heute können alle Autoscheiben aus Verbundsicherheitsglas hergestellt werden, um z.B. bei Unfällen einen besseren Schutz gegen Herausschleudern zu bieten. Einige Fahrzeugmodelle verwenden sogar laminiertes VSG bei Seiten- und Heckscheiben.

Laminated = Verbundglas

Da Verbundsicherheitsglas die zum Zerbrechen notwendige Zeit auf das Zehnfache erhöht, schützt es auch gegen Vandalismus, Einbruch und Diebstahl.

„Laminated“ ist englisch für laminiert = Verbundglas.

Oldtimer sind überraschend oft noch mit einer Frontscheibe aus Einscheibenglas ausgestattet. Denn eine Verbundglas-Windschutzscheibe wurde in Deutschland erst seit 1956 in der Straßenverkehrsordnung verbindlich vorgeschrieben.

Einscheibensicherheitsglas bzw. Tempered

Tempered = ESG

Wenn der Scheibenstempel das Wort „Tempered“ aufweist, handelt es sich um sog. vorgespanntes Glas. Reguläres „Fensterglas“ bildet bei Bruch gefährlich scharfe und große Scherbenstücke von denen im Ernstfall ein unverantwortlich hohes Verletzungsrisiko ausgeht. Seitenscheiben und Heckscheiben werden zum größten Teil aus Einscheiben-Sicherheitsglas (Englisch: tempered glass) gefertigt. Im Bruchfall zerbricht Einscheiben-Sicherheitsglas nicht in gefährlich scharfe Scherben, sondern zerbröselt explosionsartig in kleine, relativ ungefährliche Glaskrümel. Man nennt es daher auch “Krümelglas”.

Um die gewünschte Eigenschaft des Zerkrümelns zu erhalten wird das noch heiße Flachglas zunächst zügig abgekühlt, dann wieder auf 620°C erhitzt und in die gewünschte Form gebracht. Im Anschluss wird das geformte Glas mit kalter Luft schockabgekühlt. Die Glasoberfläche kühlt dabei deutlich schneller ab, als der Glaskern. So erhält die Oberfläche Druck- und der Kern Zugspannung. Man spricht daher auch von vorgespanntem Glas. Beim Bruch von ESG entlädt sich diese Vorspannung schlagartig – das Ergebnis sind abertausend kleinen Bruchstücke.

Beheizbare Verglasung

beheizbare Frontscheibe

Im Scheibenstempel rechts ist z.B. das Piktogramm für „heizbare Verglasung“ enthalten. Während das Prinzip bei Heckscheiben seit Jahrzehnten angewendet wird, ist diese Technologie bei Frontscheiben noch nicht so verbreitet und daher weniger bekannt. Im Gegensatz zu den bekannten Heckscheibenheizungen sind die Heizdrähte beheizbarer Frontscheiben allerdings viel feiner und auch zahlreicher.

Heizbare Verglasung ermöglicht die schnelle Befreiung der Autoscheiben von Eis und Feuchtigkeit, ohne auf das Belüftungssystem des Fahrzeugs zurückzugreifen. Diese Scheiben sind vollkommen transparent, obwohl sie Heizfäden oder eine zwischen den Glasscheiben eingeschlossene metallische Zwischenschicht enthalten. Bei der Version mit Heizfäden haben die mikrofeinen Heizdrähte eine Stärke von ca. 20 µm. Zum Vergleich: ein Menschenhaar besitzt eine Dicke von rund 50 µm.

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4 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Zitat: „Denn eine Verbundglas-Windschutzscheibe wurde in Deutschland erst seit 1956 in der Straßenverkehrsordnung verbindlich vorgeschrieben.“
    Diese Aussage ist leider falsch. Die Vorschrift kam erst irgend wann Anfang der 1980er Jahre. Vorher war in §40 StVZO nur sog. Sicherheitsglas vorgeschrieben, dessen Bruchstücke keine ernsthaften Verletzungen hervorrufen können.
    Mit freundlichem Gruß
    Joachim Wildenauer

  2. Sehr geehrter Herr Wildenauer,
    vielen Dank für den Hinweis. Gerne werden wir dies ändern, wenn Sie uns bitte die Quelle benennen.
    Vielen Dank vorab.
    Herzliche Grüße
    Tanja Nagel
    – Kaufmännische Leitung –

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